Umwelt-/Artenschutz
Umweltschutz, Artenschutz & Hege
Der Schutz unserer Gewässer ist dem Fischereiverein Melle ein Anliegen oberster Priorität – und geht deutlich über das gesetzliche Minimum der Hegepflicht hinaus. Gewässer gehören zu den artenreichsten Ökosystemen unserer Kulturlandschaft, in deren Erhalt der Verein kontinuierlich Zeit, Energie und finanzielle Mittel investiert.
Die Gesundheit der Gewässer bildet die Grundlage aller Aktivitäten des Vereins. Durch Monitoring, Kartierung und gezielte Artenschutzmaßnahmen leistet der Verein einen aktiven Beitrag zum Erhalt und zur Entwicklung stabiler Gewässerökosysteme.
Fachliche Kompetenz im Verein
Unter den Mitgliedern befinden sich mehrere vom Landesfischereiverband Weser-Ems ausgebildete Gewässerwarte sowie geprüfte Elektrofischer. Diese übernehmen zentrale Aufgaben in Gewässerpflege, Bestandserhebung, Artenschutz und Notfallmaßnahmen bei Gewässerschäden.
Der Umweltschutzbeauftragte (Stand 2026: Robin Stümpeley) koordiniert die vielfältigen Maßnahmen in enger Zusammenarbeit mit Mitgliedern und Vorstand. So ist sichergestellt, dass praktische Erfahrung, aktuelle Fachkenntnis und ehrenamtliches Engagement optimal zusammenwirken.
Gewässergestaltung & Lebensraumentwicklung
Der Verein gestaltet und pflegt Gewässer aktiv, um strukturreiche und damit artenreiche Lebensräume zu schaffen.
Zentrale Maßnahmen sind unter anderem:
Zentrale Maßnahmen
Uferpflege, z.B. durch Setzen von Faschinen zur Stabilisierung und Förderung einer artenreichen Vegetation.
Renaturierung verbaute und naturferner Gewässer zu vielfältig strukturierten Ökosystemen.
Entwicklung und Verbesserung natürlicher Lebensräume für heimische Fischarten und seltene Wasserlebewesen.
Beseitigung von Müll aus der Landschaft, etwa im Rahmen von Aktionen wie dem „Catch & Clean Day“.
Initiierung spezieller Artenschutzprojekte, z.B. seit 2025 ein Projekt zur Rückkehr der Quappe in Else und Warmenau.
Monitoring, Artenschutz & Hege
Um Artenschutz und Hege wirksam umzusetzen, stützt sich der Verein auf ein breites Spektrum an Monitoring-Maßnahmen.
Dazu gehören insbesondere:
Monitoring und Kartierung
Monitoring der Fischbestände durch Elektrobefischung, Reusenbefischung und weitere Methoden.
Kartierung von Fischbeständen sowie Makrozoobenthos zur Beurteilung der Wasserqualität.
Gewässerkontrolle
Ständige Kontrolle der Gewässer durch Messungen wichtiger Wasserparameter wie Sauerstoffgehalt und Leitfähigkeit.
Ständige Kontrolle der Gewässer durch Messungen wichtiger Wasserparameter wie Sauerstoffgehalt und Leitfähigkeit.
Erstellung von Protokollen und Berichten, um daraus Maßnahmen wie Entfernung invasiver Arten, Renaturierungen oder gezielten Besatz mit heimischen Arten abzuleiten
konkrete Hege- und Arten- schutzmaßnahmen
Gezielte Besatzmaßnahmen zur Unterstützung stabiler, autochthoner Fischbestände (z.B. Bachforelle).
Entnahme invasiver Arten der „Schwarzen Liste“, z.B. Schwarzmundgrundel, Blaubandbärbling und Sonnenbarsch.
Stützung sich langfristig selbstregenerierender Populationen in geeigneten Gewässerabschnitten.
Gewässerschäden & Notfallmanagement
Bei Gewässerschäden und Fischsterben verfügt der Verein über eine eingespielte Handlungskette und das nötige technische Equipment.
Wichtige Bausteine sind:
Notbefischungen und Rettungsabfischungen in vom Austrocknen bedrohten oder im Schadensfall betroffenen Gewässern.
Elektrofischerei zur Rettung von Fischen und zur Bestandsaufnahme in Notlagen.
Einsatz von Belüftern mit Stromaggregat bei Sauerstoffmangel.
Messung relevanter Wasserparameter und offizielle Probenahme zur Klärung von Ursachen.
Unterstützung von Landkreis, Polizei, Feuerwehr und Gutachtern im Schadensfall.
Aus- und Weiterbildung
Aus- und Weiterbildung sind ein wichtiger Bestandteil der Umweltschutzarbeit des Vereins.
Dazu zählen insbesondere
Eigene Kurse zur Fischerprüfung als aktive Maßnahme zum Umweltschutz.
Fort- und Weiterbildungen der Gewässerwarte durch den Verband.
Prüfungen und Qualifikationen als Elektrofischer (u.a. beim LAVES).
Interne Umweltbildung für Mitglieder, z.B. Exkursionen zu Themen wie Natur- und Artenschutz, Fischnährtiere oder Begleitung eines Gewässerwarts bei Bestandsaufnahmen.
Zusammenarbeit & Öffentlichkeitsarbeit
Der Verein versteht sich als kompetenter Ansprechpartner für Fragen des Umwelt- und Artenschutzes sowie der Gewässerökologie.
Die Gewässerwarte und der Verein insgesamt stehen öffentlichen Institutionen, Unternehmen und Privatpersonen mit Rat und Tat zur Verfügung. Häufige Anliegen sind beispielsweise:
Häufige Anliegen
Bergung von Fischbeständen bei Bau- und Sanierungsmaßnahmen.
Fragen zur Umweltverträglichkeit geplanter Maßnahmen.
Fragen zum Vorkommen gefährdeter oder besonders geschützter Arten.
Untersuchungen zur Wasserqualität.
Beratung zu Fischbesatz und Gewässerpflege.
Aktuelle Projekte (Auswahl)
Der Fischereiverein Melle arbeitet kontinuierlich an Projekten, die den Natur- und Artenschutz in den Vereinsgewässern voranbringen:
aktuelle Schwerpunkte
Quappe: Prüfung und Förderung der Rückkehr in Else und Warmenau.
Kartierung der Flusskrebsbestände, inklusive Bewertung der Ausbreitung invasiver Arten und Perspektiven für den Edelkrebs.
Lösungen zur Verbesserung der Durchgängigkeit bei Querverbauungen von Fließgewässern.
Stützung vitaler, autochthoner Bestände der Bachforelle mit dem Ziel langfristig selbstregenerierender Populationen.