Gewässerschutzbeauftragter im Fischereiverein Melle e.V.

Hans Werner Melges

 

 

 

 

Anerkennungsurkunde
Der   BSH

 

Hans-Werner Melges bei der Preisübergabe anlässlich der 25-Jahrfeier der BSH durch den Stellv.Vorsitzenden und Mitbegründer der BSH, Gerhard Grönke,
links: Prof. Dr. Akkermann,
rechts: Dr. Ursula Biermann

Für die jahrzehntelangen Aktivitäten zum Schutz heimischer Gewässer, die fachliche Beratung zugunsten der organismenschonenden Gewässer-Unterhaltung im Bereich des Wiehengebirges und der Dümmer-Niederung sowie die Vorschläge zur Errichtung von Laichgebieten.

Eintritt in den Verein: 1966

 

1967 begann Melges seine Vorstandsarbeit im Verein als Jugendwart, seit dieser Zeit begann er, sich verstärkt mit Umweltschutzaufgaben, hier im besonderen mit den zunehmenden Fischsterben zu beschäftigen.

In den Fließgewässern und Teichen des Vereins kam es durch Stoppelrübensilage, Gülle, kommunale und gewerbliche Abwässer sowie Ölverschmutzungen zu immer häufigeren Fischsterben. Dazu wurden die Bäche im Altkreis Melle immer stärker begradigt oder durch Grundräumungen mit durchgehender Böschungsfußbefestigung „instandgesetzt“.

Die Folgen waren verheerend. Die Fließgewässer wurden immer öder. Der Fisch- und Kleintierbestand wurde immer spärlicher. Auch Besatzmaßnahmen konnten keinen Ausgleich schaffen.

Es gab in den 70ger Jahren zum Teil 6 Fischsterben im Jahr, ein anderes Mal sogar 9 Fischsterben in Jahr, ein zu starker „Aderlass“ für unsere Gewässer.

So ging Melges 1969 erstmalig einer öfter auftretenden starken Gülleverschmutzung in der Warmenau so lange hartnäckig nach, bis dem Verursacher nach letztendlich 3 Jahren das Handwerk gelegt werden konnte. 1972 gelang es ihm erstmals einen berechtigten Schadenersatz durchzusetzen.

Als 2ter Vorsitzender, 2ter Gewässerwart und als Vorsitzender des Vereins in den Jahren 1970 bis 1979 verfolgte er unentwegt die Ursachen von Fischsterben und setzte in über 20 Fällen Schadenersatzforderungen durch.

Zugleich versuchte er auch, den weiteren Bachbegradigungen und Bachausschotterungen entgegen zu wirken, allerdings mit wenig Erfolg, denn die Unterhaltungsverbände waren in der damaligen der Zeit unnachgiebig.

Erst als Melges ab 1981 als Vorstandsmitglied im Bereich Umwelt- und Gewässerschutz mit weiteren Kompetenzen ausgestattet wurde, und er sich ausschließlich seiner zeitaufwendigen Mission widmen konnte, zeichneten sich erste Wirkungen ab. Die ersten Kolke und Sohlschwellen wurden in flachen, öden Bachstrecken eingebaut.

Durch sein weiteres zähes und hartnäckiges Verfolgen von Umweltverschmutzern gingen auch die Fischsterben deutlich zurück. In den 80ziger Jahren war es „nur noch“ durchschnittlich 1 Fischsterben in 2 Jahren. So wurden seit 1990 bis Ende 2001 nur noch 7 Gewässerverschmutzungen geahndet.

Die Zusammenarbeit mit den Unterhaltungsverbänden ließ sich auch immer besser an. So wurden 1983 in der oberen Hase 29 Bruchsteinschwellen, 17 Kolke, 10 Fischunterstände und 2 Sandfänge vom zuständigen Unterhaltungsverband eingebaut. An den Ufern wurden Erlen-, Weiden-, Eschen- und Vogelbeerenbepflanzungen durch die Meller Angler in Zusammenarbeit mit dem Meller Tier- und Naturschutzverein zugelassen. Inzwischen ist auf der ca. 2,5 km langen Strecke wieder ein guter Gehölzbewuchs vorhanden.

Seine neuesten Aktivitäten knüpfen an diese Maßnahmen an. Unter dem Motto: -vorhandenes Bachgefälle sollte nicht in kurzen Sohlgleiten totgeschlagen werden -, setzt Melges sich für die Umwandlung von Sohlgleiten in Kolk-Rauschen-Systeme ein. Auf Bachrenaturierungen mit ursprünglichen Mäanderbildungen muß in den meisten Fällen wegen des Flächenbedarfes und der hohen Kosten verzichtet werden. Das Kolk-Rauschen-System ahmt in etwa die ursprüngliche Mäanderbildung nach. In den halben Abständen der Mäanderschleifen werden gerade Sohlgleiten durch Kolke und Sohlschwellen (keilförmig gegen die Strömung eingebaute große Bruchsteine) in Wassertierreiche Bachstrecken umgewandelt. Die Sohlgleite wird um ein mehrfaches verlängert und es entstehen strukturreiche Bachsohlen. Schlammablagerungen werden hier durch Wasserverwirbelungen weitgehend vermieden. Es entstehen Lebensräume für zahlreiche „Wirbellose“. Infolge dieser Belebung und aufgrund der Kolke bilden sich Standorte für Fische der Forelle-, Äschen- und Barbenregion in natürlichen Größenverhältnissen.

Die ersten Strecken sind umgestaltet worden, und man kann hier wieder von lebendigen Bächen sprechen.

 

An dieser Stelle müssen wir eine traurige Nachricht verkünden. Im Februar 2002 verstarb unser langjähriger Umweltschutzbeauftragter Hans Werner Melges, nachdem er noch im Jahr 2001 mit der silbernen Ehrennadel des Verbandes ausgezeichnet worden war. Wegen seiner Verdienste um den Verein und unserer langjährigen Kameradschaft werden wir ihm immer ein ehrendes Andenken bewaren.

 

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